Vom Dieselross zu Dieselraupe und Elektroross

Vom Dieselross zu Dieselraupe und Elektroross Fendt präsentierte kürzlich seine Agritechnica-Neuheiten auf einer internationalen Pressekonferenz in Marktoberdorf. In Fendt-Grün erstrahlen bald neue Ladewagen, Ballenpressen, Grünlandgeräte und Pflanzenschutzspritzen. Doch das ist noch nicht alles.

Neu im Futterernte-Programm von Fendt sind die Rundballenpressen und der Ladewagen von Lely. (Foto: Weninger)
Neu im Futterernte-Programm von Fendt sind die Rundballenpressen und der Ladewagen von Lely. (Foto: Weninger)
Mit der Quaderballenpresse Squadra 1290 UD stellt Fendt sein neues Pressen-Flaggschiff aus dem AGCO-Werk Hesston, USA, vor. Es soll 20 % mehr Durchsatz und Pressdichte (bis zu 245 m3/kg in Stroh) im Vergleich zum bisherigen Topmodell 1290 XD erreichen. 350 PS sollten laut Fendt für den Betrieb der 1290 UD bereitstehen. Ihr Kanalmaß beträgt 120 x 90 cm. Mit der Übernahme der Grünfuttersparte von Lely nehmen die Marktoberdorfer deren Rundballenpressen in ihr Programm auf: Dazu gehören die drei Festkammerpressen 1125 F (ohne Schneidwerk), die 2125 F und das Premiummodell 2125 F, allesamt mit einem Ballenmaß von 1,25 m. Bei den variablen Pressen stehen zwei Größen zur Auswahl: 1,60 m Durchmesser erreicht die 4160 V und 1,80 m die 4180 V.
Neu im Futtererntetechnikprogramm von Fendt sind zudem die Lely Ladewagen Tigo XR und Tigo PR. Die Ladewagen und Rundballenpressen sind baugleich mit den Lely Modellen und damit auch mit deren technischen Daten.

Dieselraupe statt Dieselross: Die Challenger-Raupen kommen nicht nur in Fendt-Farben. In der „kleinen“ Baureihe steckt auch viel Technik aus dem Allgäu drin. (Foto: Hersteller)
Dieselraupe statt Dieselross: Die Challenger-Raupen kommen nicht nur in Fendt-Farben. In der „kleinen“ Baureihe steckt auch viel Technik aus dem Allgäu drin. (Foto: Hersteller)
Challenger-Raupen und -Spritzen jetzt als Fendt
Die Pflanzenschutztechnik sowie die Raupentraktoren der AGCO-Marke Challenger wird in Europa ab sofort unter der Marke Fendt vertrieben. Die Selbstfahrerbaureihe Rogator 600 besteht aus drei Modellen mit einem Nennvolumen von 4.000, 5.000 und 6.000 Litern und Arbeitsbreiten bis zu 36 Metern. Die Baureihe der gezogenen Spritze Rogator 300 ist eine komplette Neuentwicklung. Die Anhängespritzen kommen mit
3.300, 4.400, 5.500 und 6.600 Litern Nennvolumen sowie Arbeitsbreiten von 24 bis 30 Metern. Ihre Technik basiert auf jener der Selbstfahrer Rogator 600.
Auch die Raupen von Challenger werden nun als Fendt verkauft. Neu entwickelt wurde dabei die Baureihe 900 Vario MT (Mobile Trac). Sie sind in drei Leistungsstufen verfügbar: 938 Vario MT mit 380 PS, 940 Vario MT mit 405 PS und 943 Vario MT mit 431 PS. In dieser „kleinen“ Raupen-Serie steckt viel Technik vom 1000 Vario, eben bis auf das Raupenfahrwerk. Die vier großen Raupen heißen 1149 MT, 1154 MT, 1159 MT sowie 1165 MT (492 bis 646 PS). Sie sind baugleich mit den großen bisherigen Challenger Raupen.

Elektroross statt Dieselross: Der vollelektrische Fendt e100 Vario leistet 68 PS. Nach ca. fünf Stunden Arbeit muss er für eine Stunde an die Steckdose. (Foto: Weninger)
Elektroross statt Dieselross: Der vollelektrische Fendt e100 Vario leistet 68 PS. Nach ca. fünf Stunden Arbeit muss er für eine Stunde an die Steckdose. (Foto: Weninger)
4 Silbermedaillen
Gleich vier Silbermedaillen räumte Fendt beim Innovation Award der Agritechnica 2017 für die folgenden vier Neuheiten ab. So stellten die Marktoberdorfer einen Kompakttraktor vor, der komplett elektrisch angetrieben wird. Der e100 Vario basiert auf dem 200er Diesel-Bruder. Sein Elektroantrieb leistet 68 PS (50 kW) und kann laut Fendt bis zu fünf Betriebsstunden unter realen Einsatzbedingungen arbeiten. Die 650 V Lithium-Ionen-Hochleistungsbatterie hat eine Kapazität von rund 100 kWh. Die Batterie kann laut Fendt in nur 40 Minuten bis zu 80 Prozent wieder aufgeladen werden.
Eine Silbermedaille erhielt AGCO/Fendt auch für seinen neuen Großflächenmähdrescher Ideal.
Für ihr Forschungsprojekt MARS (Mobile Agricultural Robot Swarms, zu Deutsch: Mobile landwirtschaftliche Roboter-Schwärme) dürfen sich die Allgäuer über eine weitere Silbermedaille freuen. Anstatt großer Einzelmaschinen übernimmt dabei eine Vielzahl kleiner, autonom fahrender, elektrisch angetriebener Roboter die Aussaat von Mais. Die autonomen, 40 Kilo leichten Roboter werden von einem „Maschinenführer“ befüllt, überwacht und mit einer Sammeltransporteinheit zum Feld gebracht.
Fendt VarioPull heißt ein neues System, das automatisch die Stützlast des angehängten Gerätes regelt und so die Lastverteilung auf die Vorder- und Hinterachse des Traktors optimieren soll. Das gelingt, indem VarioPull durch einen hydromechanischen Verriegelungszylinder den Koppelpunkt, beispielsweise die Unterlenkerfanghaken, so nah wie möglich an die Hinterachse heranzieht. Der Verstellweg beträgt 80 cm. Am Vorgewende lässt sich der Koppelpunkt für eine bessere Wendigkeit ganz nach hinten verschieben.

Welche weiteren Neuheiten Fendt auf der Agritechnica zeigen wird, lesen Sie in der LANDWIRT-Ausgabe 19/2017.
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